BGM – Kein Sprint, sondern ein Marathon

Frieda Stoverink

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Kategorie: Employee Experience

5 Min. Lesezeit
Kein Sprint, sondern ein Marathon

Die ersten Schritte des BGM sind entscheidend, um ins Ziel zu gelangen

Auch ein Marathon will wohl geplant sein. Man nimmt nicht einfach seine Beine in die Hand und läuft die 42 Kilometer. Erst einmal macht man sich Gedanken: Wie fange ich an? Was brauche ich? Welche Voraussetzungen kann ich schon erfüllen? Wo stehe ich jetzt? Und welche Teilschritte kommen in der Trainingsplanung auf mich zu? Genauso verhält es sich auch mit dem BGM.

Im Gesundheitsmanagement (BGM) bildet die Analyse das Fundament. Auf ihr baut jeder einzelne Schritt und damit die gesamte Planung auf. Wenn unklar ist, wo gesundheitliche Bedürfnisse bestehen, dann ist es genauso schwierig, bedarfsorientierte Lösungen zu finden. Albert Einstein hat einmal gesagt:

„Das Problem zu erkennen ist wichtiger, als die Lösung zu erkennen, denn die genaue Darstellung des Problems führt zur Lösung.“1

Das bedeutet nicht, dass im Rahmen der betrieblichen Gesundheit immer Probleme bestehen, jedoch können sowohl die Verhältnisse im Unternehmen als auch das Verhalten von Mitarbeiter:innen positiven und negativen Einfluss auf die Gesundheit nehmen.2 Demnach ist es sinnvoll, Gefährdungsfaktoren und gesundheitsförderliche Ressourcen zu kennen, um geplante Maßnahmen zielführend einsetzen zu können. Denn die Wirksamkeit der Maßnahmen ist entscheidend für den Erfolg des BGMs. Sie können jedoch nur wirksam werden, indem sie an der aktuellen Gesundheitssituation anknüpfen.3 So wie das Marathon-Training nur wirksam werden kann, wenn es an der aktuellen Fitness anknüpft.

Die Analyse als Grundstein des BGM

Mithilfe der Situationsanalyse können sowohl Gefährdungsfaktoren der Gesundheit als auch gesundheitsförderliche Potenziale im Unternehmen ermittelt werden. In den ersten Monaten verlief die Einführung des BGMs und die Umsetzung der objektiven Analyse für unsere Mitrabeiter:innen im Hintergrund. Die Erhebung von gesundheitsrelevanten Kennzahlen spielte bei den einleitenden Schritten der Analyse eine wichtige Rolle. Jedoch sollte die Beliebtheit von gesundheitsrelevanten Kennzahlen mit Vorsicht betrachtet werden. Angesichts der Tatsache, dass sie in der Praxis oft als alleinige Grundlage des BGMs genutzt werden, möchten wir es bei impacx besser machen.

Im BGM steht vor allem der Mensch im Mittelpunkt. Natürlich bieten Altersstruktur, Krankenstand, Fluktuation und Fehlzeitauswertungen wichtige Kennzahlen, die eine überprüfbare Basis schaffen. Eine große Aussagekraft über die tatsächliche Gesundheitssituation jedes einzelnen Mitarbeiters im Unternehmen haben sie dagegen nicht. Ähnlich ist es, wenn man beim Laufen mit der Smartwatch Puls, Blutdruck, Laufgeschwindigkeit, die verstrichene Zeit und andere Daten im Blick hat. Diese Werte zu betrachten, mag zwar helfen, jedoch sind sie wertlos, wenn sie nicht mit der individuellen Befindlichkeit in Zusammenhang gebracht werden. Die erhobenen Zahlen des BGMs werden demnach erst durch die Ergänzung von Meinungen, Äußerungen und Befindlichkeiten der Belegschaft lesbar und wertvoll.

Es ist also wichtig, die Mitarbeiter:innen mit ins Boot zu nehmen und auch ihre individuellen Situationen näher zu betrachten. Hierzu ließe sich beispielsweise eine qualitative Befragung einzelner Personen durchführen, um wichtige Informationen zur Gesundheitssituation zu erhalten. Aufgrund des hohen Aufwands in größeren Unternehmen bietet sich in diesem Kontext eher die Durchführung einer Umfrage an. Somit können die Befindlichkeiten aller Mitarbeiter:innen erfasst werden.

Wir leben das Wir.

Auch im Sport fällt es uns oft leichter gemeinsam mit anderen auf ein Ziel hinzuarbeiten. Die Marathonvorbereitung lässt sich angenehmer gestalten, wenn man durch Wegbegleiter:innen auf den Strecken des Trainings unterstützt wird.

Mit unserem Unternehmenswert „Vielfalt und Miteinander“ haben wir unser Statement bereits gesetzt. Um gemeinsam mit unserer vielseitigen Belegschaft an einem Strang zu ziehen, ist es uns ebenso wichtig, das gesundheitliche Gesamtbild unter Berücksichtigung von jedem/r einzelnen Mitarbeiter:in einschätzen zu können. Deswegen möchten wir bei impacx den objektiven Kennzahlen Charakter verleihen und wählen den Weg einer ergänzenden anonymisierten Mitarbeiterbefragung.

In der Umfrage gehen wir auf die Situation der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und des Gesundheitsverhaltens ein, um schließlich offenzulegen, welche Maßnahmen im BGM an erster Stelle eingeleitet werden sollten.

Am Ende geht den Weg jede:r für sich, aber die Verantwortung für den Erfolg liegt bei allen

Für die einen ist es etwas Schönes und andere erleben es als schwer und mühsam einen Marathon zu bestreiten. Doch am Ende des Trainings und am Tag der Herausforderung steht fest:

„Ich gehe den Weg allein und ich gehe ihn für mich.“

Genauso ist es mit unserer Gesundheit: Jede:r Einzelne kennt sich selbst am besten und kann am besten einschätzen, was ihm oder ihr gut oder schlecht tut. Jede:r Einzelne kann entscheiden, wann er oder sie zu Höchstleistungen bereit ist oder der Körper eine Pause benötigt. Somit besitzt  jede:r Einzelne die Fähigkeit den eigenen  Körper, das eigene Wohlbefinden und die eigene Gesundheit zu beurteilen, um sich bestmöglich um sich zu kümmern.

Damit das Betriebliche Gesundheitsmanagement aber auch für jede:n Einzelne:n funktioniert, ist es umso wichtiger für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und als Wegweiser an den Umfragen teilzunehmen. Der Grundstein des BGMs mag zwar die Situationsanalyse legen, aber der Output der Analyse liegt in der Verantwortung ihrer Teilnehmer:innen. Denn die Maßnahmenplanung schließt nur die Bedürfnisse ein, die über die Analyse erfasst wurden.

Begleite auch du uns auf unserem Weg

Mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement möchten wir unsere Mitarbeiter:innen so gut es geht auf ihrem Weg durch ein gesundes Leben unterstützen. Wenn auch du einen Arbeitgeber suchst, der den Weg deiner Gesundheit mit dir gemeinsam geht, dann schau doch mal auf unserer Karriereseite vorbei.

Quellen:

1 Rudolph, A. (2009) Die Analyse kommt vor der Lösung. in: https://produkt-manager.net abgerufen am: 14.07.2023 Hrsg.: Der Produktmanager

2 vgl. Halbe-Haenschke, B. (2017), Informieren: Was ist BGM. In: Halbe-Haenschke, B./Reck-Hog, U. (Hrsg.), Die Erfolgsstrategie für Ihr BGM, Wiesbaden, S. 17–31.; Simmel, M./Graßl, W. (2020), Betriebliches Gesundheitsmanagement mit System, Wiesbaden.; Uhle, T./Treier, M. (2019), Betriebliches Gesundheitsmanagement, Wiesbaden.

3 vgl. Bundesministerium des Innern (2014), Eckpunkte für ein Rahmenkonzept zur Weiterentwicklung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in der Bundesverwaltung, in: https://www.bmi.bund.de/, abgerufen am 20. 2. 2023.; Ternès, A./Klenke, B./Jerusel, M./Schmidtbleicher, B. (2017), Integriertes Betriebliches Gesundheitsmanagement, Wiesbaden.; Uhle, T./Treier, M. (2019), Betriebliches Gesundheitsmanagement, Wiesbaden.; Walle, O. (2018), Der Einsatz digitaler Lösungen zum Erreichen und zur Motivation von Beschäftigten in einem BGM. In: Matusiewicz, D./Kaiser, L. (Hrsg.), Digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement, Wiesbaden, S. 83–97.

Frieda Stoverink
Über die Autor:in: Frieda Stoverink

Frieda ist Werkstudentin der Prävention und Gesundheitspsychologie. Fasziniert von der Möglichkeit den Gesundheitszustand mit firmeninternen Maßnahmen positiv beeinflussen zu können, begleitet sie impacx bei der Systematisierung des BGMs mit einer wissenschaftlichen Analyse.

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